Seltene Erden durch Unterseebergbau? Ein Faktencheck

von Marko Mähner22. März 2023

Jetzt also auch Norwegen: Nach Schweden entdeckt auch dessen Nachbar riesige Rohstoff-Mengen – darunter die weltweit heiß begehrten Seltenen Erden. Zeichnet sich da eine Unabhängigkeit von China bei den kritischen Rohstoffen ab? Wohl kaum. Dass die Rohstoffe in diesem Fall tief unter dem Meeresboden liegen, ist dabei nur eines der vielen Probleme im Zusammenhang mit der Förderung und Verarbeitung Seltener Erden.

Die Schwierigkeiten des Unterseebergbaus

Nach dem schwedischen „Sensationsfund“ meldet nun auch Norwegen den Fund großer Mengen Seltener Erden und anderer Rohstoffe. Entdeckt wurden sie im Zuge einer Studie der norwegischen Erdöl-Direktion (NPD). Angesichts der massiven Abhängigkeit von China bei entsprechenden „kritischen Rohstoffen“ klingt das für Europa zunächst wie eine gute Nachricht. Bei Licht betrachtet ist es jedoch fraglich, wie realistisch eine Förderung tatsächlich ist. Im Gegensatz zum Fund in Schweden lagern die Metalle nämlich nicht nahe einer Mine, sondern unter dem Meeresboden vor der Küste Norwegens. Um in den norwegischen Offshore-Gebieten Unterseebergbau betreiben zu können, ist allerdings die Zustimmung des Parlaments notwendig. Und die ist keineswegs sicher. Immerhin laufen Umweltgruppen schon jetzt gegen entsprechende Pläne Sturm. Selbst die NPD macht deutlich, dass weitere Untersuchungen notwendig sind, um Möglichkeiten und Umfang eines Abbaus zu einigermaßen akzeptablen Bedingungen für die Umwelt auszuloten. 

Seltene Erden in Europa: Komplizierte Förderung und Verarbeitung

So spricht streng genommen wenig dafür, dass der norwegische Schatz unter dem Meeresboden in absehbarer Zeit tatsächlich geborgen werden dürfte. Zumal noch weitere gewichtige Punkte dagegen sprechen. 

  • Lange Genehmigungsverfahren: Die bürokratischen Mühlen der EU mahlen langsam. Entsprechende Genehmigungsverfahren für den Abbau Seltener Erden sind daher extrem langwierig. Gerechnet wird nicht in Jahren, sondern in Jahrzehnten. Zumal Meeresgebiete als besonders schützenswert gelten.  
  • Fehlendes Know-how: Der Abbau und die Verarbeitung von Seltenen Erden sind schon in herkömmlichen Minen kompliziert. Die erforderliche Bergung am Meeresgrund dürfte die Sache nicht vereinfachen. Europäische Firmen haben hier im Vergleich zu chinesischen kaum Kompetenzen.
  • Hohe Kosten: Nicht nur der Unterwasserbergbau selbst ist kostspielig, sondern auch die Aufbereitung der geförderten Seltenen Erden. 

Übrigens: Seltene Erden sind nicht wirklich „selten“. Im Gegenteil, auch in Europa gibt es große Lagerstätten, die seit Langem bekannt sind. Eine Förderung und Verarbeitung Seltener Erden findet aus den oben genannten Gründen trotzdem nicht statt. 

Der Hunger nach Seltenen Erden wächst: So profitieren Anleger

Funde Seltener Erden und weiterer Rohstoffe stehen aktuell im Fokus der medialen und öffentlichen Aufmerksamkeit. Vor allem, weil Europa im Zuge des Ukraine-Kriegs, mit den gravierenden Folgen einer einseitigen Rohstoff-Abhängigkeit, konfrontiert worden ist. Für einen massiven – und vor allem zeitnahen – Ausbau der Förderung gibt es dennoch kaum Anhaltspunkte. Der globale Hunger nach entsprechenden Rohstoffen allerdings nimmt rasant zu. Nicht zuletzt, weil das Mega-Projekt schlechthin – die Energiewende – nicht ohne Seltene Erden gestemmt werden kann. 

Zumindest für Anleger ist das eine gute Nachricht, denn über das GranValora Sachwertdepot können sie ganz gezielt in verschiedene Seltene Erden und Technologiemetalle investieren. Interessieren auch Sie sich für ein entsprechendes Investment, empfiehlt sich zunächst die Lektüre des kostenfreien Praxisratgebers „Geldwerte, Sachwerte, Reine Werte“. Hier erfahren Sie unter anderem

  • wie die Preisentwicklung von Seltenen Erden aussehen könnte,
  • welche Spielregeln beim Kauf entsprechender Rohstoffe gelten,
  • warum Seltene Erden zu den „Wahren Werten“ gezählt werden und
  • welche weitere Wahren Werte (z.B. Edelmetalle) für ein Investment infrage kommen. 

Gut zu wissen: Dank einer Lagerung im Zollfreilager ist über das GranValora Sachwertdepot sogar ein mehrwertsteuerfreier Rohstoff-Kauf möglich. 

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