Seltene Erden: Mega-Fund in Schweden ein zahnloser Tiger?

von Marko Mähner15. Februar 2023

„Sensationsfund“, „Riesen-Vorkommen“, „Rekord-Lagerstätte“: In den Schlagzeilen überschlagen sich die Superlative zum jüngsten Seltenerd-Fund in Schweden. Fast bekommt man den Eindruck, nun würde schlagartig Europas Rohstoff-Unabhängigkeit eingeläutet. Das aber stimmt so nicht. Seltene Erden bleiben weiter heiß begehrt – und für Investoren höchst attraktiv.  

Seltenerd-Fund: Europas größte Schatzkammer 

Es sind gewaltige Rohstoff-Mengen, die im Norden Schwedens unter der Erde liegen. Auf rund eine Million (theoretisch) abbaubare Tonnen Seltene Erden schätzt das schwedische Bergbauunternehmen LKAB das jüngst entdeckte Vorkommen. Noch nie wurde innerhalb Europas ein derart großer Fund an Seltenen Erden gemacht. Entsprechend groß ist das politische und mediale Interesse an der Lagerstätte „Per Geijer“ in Kiruna. Immerhin werden die Rohstoffe dringend benötigt. Schon allein, weil die Energiewende – das Megaprojekt der jetzigen und künftigen Generationen – ohne Seltene Erden nicht vorangetrieben werden kann. Und weil die globale Förderung und Verarbeitung bislang fest in den Händen Chinas (und zum Teil Russlands) liegen. Entsprechend ist das Risiko, dass die Rohstoffe als geopolitische Waffe missbraucht werden könnten, nicht von der Hand zu weisen. Aus gutem Grund werden Seltene Erden von der EU-Kommission schon seit Längerem als „kritische Rohstoffe“ eingestuft. 

In China befinden sich auch die größten weltweit bekannten Vorkommen an Seltenerdmetallen. Deren genaue Größe wiederum ist unklar – ebenso wie der tatsächliche Rohstoff-Umfang in Per Geijer. Vieles spricht jedoch dafür, dass der schwedische Fund auch im internationalen Vergleich zu den größeren Vorkommen zählt. 

Rohstoff-Abbau in absehbarer Zeit weder möglich noch sinnvoll

Wer nun allerdings glaubt, dass die europäische Versorgungssicherheit mit Seltenen Erden angesichts des vermeintlichen Sensationsfunds in Schweden gesichert ist, irrt. Und das gleich aus drei gewichtigen Gründen. 

  1. Langwierige Genehmigungsverfahren: Die für einen Abbau erforderlichen Genehmigungsverfahren sind in Europa im Allgemeinen und in Skandinavien im Besonderen – anders als in Russland und China – endlos lang. Laut LKAB könnte es bis zu 15 Jahre dauern, bis man mit dem Abbau beginnen kann. 
  2. Mangelndes Know-how: Hinzu kommt, dass europäische Unternehmen kaum Erfahrung im Abbau sowie in der Verarbeitung von Seltenen Erden haben. Schließlich müssen die Metalle zunächst aufwendig extrahiert und chemisch aufbereitet werden. Das hierzu notwendige Know-how in allen erforderlichen Bereichen hat bislang nur China. 
  3. Hohe Kosten: Die Kosten für die erforderliche Bergbauentwicklung am schwedischen Fundort gehen in die Milliarden. Nicht nur wegen des mangelnden Know-hows, sondern auch wegen strengen Umweltauflagen und hohen Anforderungen an den Arbeitsschutz. Entsprechend schwierig ist eine wirtschaftlich sinnvolle Förderung bzw. Aufbereitung der Metalle. 

Fazit: So groß die mediale Aufmerksamkeit derzeit auch sein mag; das in Schweden entdeckte Vorkommen kann in absehbarer Zeit nicht genutzt werden. Der vom Business Insider zitierte Wirtschaftsgeologe Harald Elsner, Experte auf dem Gebiet der Seltenen Erden, hält eine effektive Nutzung der in Schweden gefundenen Rohstoffe gar erst in 35 Jahren für realistisch. 

Entwarnung für Investoren

Was in der Politik für Ernüchterung sorgen dürfte, ist zumindest für Investoren erfreulich. Die größte Seltenerd-Lagerstätte Europas dürfte über Jahrzehnte hinweg keine Rolle bei der Versorgung spielen. Genau wie andere bekannte europäische Lagerstätten – beispielsweise in Spanien, wo bedeutende Vorkommen an Seltenen Erden aus finanziellen, touristischen oder umwelttechnischen Gründen seit Jahren schlicht nicht gefördert und verarbeitet werden. 

Fakt ist: Die Förderung und Verarbeitung in den westlichen Industrieländern würde zwangsläufig deutlich höhere Preise zur Folge haben. Diese könnte man – um Versorgungssicherheit zu bekommen – durchaus in Kauf nehmen. Für Investoren also kein Grund, eventuell bestehende Positionen abgestoßen. Im Gegenteil: Die Nachfrage nach Seltenen Erden und Technologiemetallen dürfte rasant weiterwachsen. Immerhin werden diese für eine grüne, technologiebestimmte Zukunft dringend gebraucht. Essenziell sind sie unter anderem für die E-Mobilität. Möchten Sie mehr über die Mobilität der Zukunft und die hierzu benötigten Rohstoffe erfahren, empfiehlt sich die Lektüre des kostenfreien E-Books „Der Verbrennungsmotor in Ungnade“ . Hier lesen Sie unter anderem,

  • wie Sie geschickt in zukunftsträchtige Rohstoffe investieren können,
  • welche Regeln beim Investment in Seltene Erden gelten,
  • inwiefern Seltene Erden zu den „Wahren Werten“ zählen und
  • welche spezifischen Vorteile weitere Wahre Werte wie Gold und Silber haben.

Für Investoren ebenfalls gut zu wissen: Mit dem GranValora Sachwertdepot können Sie ganz gezielt in Seltene Erden und Technologiemetalle investieren. Sie müssen keine vorgefertigten Warenkörbe kaufen. 

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