Seltene Erden: Der Preis der Unabhängigkeit

von Marko Mähner2. November 2022

Seltene Erden stecken in so gut wie jeder Schlüsseltechnologie – und sind für die Wirtschaft so wichtig wie kaum ein anderer Rohstoff. Nach dem Willen der Politik soll mit der Abhängigkeit von China bald Schluss sein. Aber zu welchem Preis?

Fatale Abhängigkeit 

Sie stecken in jedem Smartphone, werden in Elektroautos, Windgeneratoren und Solarpanelen verbaut und sind sogar für die Rüstungsindustrie essentiell: Seltene Erden. Weite Teile der Industrie sind in höchstem Maße abhängig von den Rohstoffen. Ohne sie geht gar nichts. Das Problem: Förderung und Verarbeitung liegen zum größten Teil in den Händen Chinas, das der Westen längst nicht mehr nur als Partner, sondern als geopolitischen Rivalen betrachtet. Entsprechend alarmiert zeigen sich westliche Regierungen. Immerhin hat der Ukraine-Krieg insbesondere der Europäischen Union unlängst vor Augen geführt, wie verheerend sich eine einseitige Rohstoffabhängigkeit auswirken kann, wenn sie als politisches Druckmittel benutzt wird. Dass sich ein Mangel an Seltenen Erden auf die Industrie ebenso fatal wie ein Gasmangel auswirken würde, steht jedenfalls außer Frage.

Der Weg zur Rohstoff-Unabhängigkeit 

Auf politischer Ebene wird daher aktuell fieberhaft nach Wegen aus der fatalen Abhängigkeit gesucht. Sowohl hierzulande als auch jenseits des Atlantiks. Bundespräsident Steinmeier formulierte jüngst: „Wir müssen dafür sorgen, dass wir von keinem Land der Welt erpresst werden können. Deshalb müssen wir jetzt neue Partner finden und unsere politischen und wirtschaftlichen Beziehungen neu justieren.“ Damit ist er auf einer Linie mit der US-Finanzministerin Janet Yellen, die mit Sorge auf Wege blickt, über die „geopolitische Rivalen in der Lage sind, uns zu manipulieren und unsere Sicherheit zu gefährden.“ Die Marschrichtung des Westens also ist klar: raus aus der Abhängigkeit. Mit der Gründung der Europäischen Rohstoffallianz hat die EU bereits einen Schritt in diese Richtung unternommen. 

Rasant steigende Preise bei Seltenen Erden? 

Ob das Projekt Rohstoff-Unabhängigkeit wirklich gelingt, steht allerdings in den Sternen. Eines der größten Hindernisse sind dabei gar nicht die Rohstoff-Vorkommen (die EU könnte sich diesbezüglich problemlos selbst versorgen), sondern der Preis. Der nämlich dürfte fast zwangsweise schwindelerregende Höhen erreichen, wenn der Westen mit der Seltenerd-Autarkie ernst macht. Einerseits weil chinesische Unternehmen in den letzten Jahren bezüglich Förderung und Veredelung wichtiges Know-how gesammelt haben. Andererseits weil die Produktionskosten im Reich der Mitte schlicht unschlagbar günstig sind. Die Unabhängigkeit also hätte einen hohen Preis, der nicht nur Seltene Erden selbst verteuern würde, sondern sämtliche Produkte entlang der Wertschöpfungskette. Zumal der Preisdruck auch durch die steigende Nachfrage nach den „kritischen Rohstoffen“ weiter zunimmt. Der nächste Inflationstreiber liegt also schon auf der Lauer. 

Wie Anleger von anziehenden Preisen profitieren können

Fazit: Die angestrebte Unabhängigkeit von Seltenen Erden dürfte die Preise weiter befeuern, sofern keine neuen massiven staatlichen Förderungen greifen. Angesichts der, bedingt durch die Corona-Krise und den Ukraine-Krieg stark strapazierten Staatskassen, erscheint letzteres allerdings sehr unwahrscheinlich. Zumindest Anleger könnten von einer Eskalation bei den Preisen für Seltenerdmetalle profitieren – durch ein gezieltes Investment in Seltene Erden und gleichzeitig dazu beitragen, dass wir im Fall der Fälle wenigstens eine größere Reserve haben. Das ist beispielsweise mit dem GranValora Sachwertdepot möglich, das es Ihnen erlaubt in Neodym, Dysprosium, Terbium und Praseodym zu investieren. Dank professioneller und sicherer Lagerung in einem Zollfreilager sparen Sie beim Investment sogar die Mehrwertsteuer. 

Seltene Erden, Gold und Co: Die Vorteile Wahrer Werte

Meine Empfehlung: Wenn Sie sich für den Kauf von Seltenen Erden interessieren, lesen Sie zunächst unseren kostenfreien Praxisratgeber „Geldwerte, Sachwerte, Reine Werte“. Hier erfahren Sie

  • welche Spielregeln beim Kauf von Seltenen Erden und Technologiemetallen gelten,
  • wo die Vorzüge Wahrer Werte liegen, zu denen auch Seltene Erden gehören,
  • warum es kaum einen besseren Inflationsschutz als Gold gibt und
  • inwiefern Sie von den Vorzügen des Zwitter-Metalls Silber profitieren könnten. 

In einem meiner nächsten Beiträge werde ich mich noch einmal dem Thema Inflation widmen – und beleuchten, was diese langfristig wirklich für Sparer bedeutet. 

Seltene Erden

Seltene Erden – strategisch gesteuert, politisch sensibel, industriell unverzichtbar

Wer hier investiert, beteiligt sich nicht an einem konjunkturellen Zyklus, sondern an einem machtpolitisch geprägten Rohstoffmarkt. Genau das kann zu außergewöhnlichen Wertzuwächsen führen – ebenso aber zu abrupten Brüchen, wenn politische Interessen die Spielregeln verändern. Bei Seltenen Erden entsteht Knappheit nicht im Boden. Entscheidend ist vielmehr, ob ein Rohstoff so aufbereitet werden kann, dass ihn

Mehr lesen
Seltene Erden – strategisch gesteuert, politisch sensibel, industriell unverzichtbar
Technologiemetalle dominieren unser Leben

Technologiemetalle – funktional unverzichtbar, aber kein homogener Markt

Technologiemetalle stehen selten im Rampenlicht. Ihr Einsatz erfolgt nicht aus Prestigegründen, sondern aus technischer Notwendigkeit. Ohne sie funktionieren zentrale industrielle Prozesse nicht – von Halbleitern über Energie- und Luftfahrttechnik bis hin zu moderner Kommunikation. Trotz dieser Gemeinsamkeit zeigte sich 2025 eine deutliche Spreizung. Nicht Knappheit allein entschied über die Preisentwicklung, sondern Marktgröße, politische Steuerung, Substitutionsmöglichkeiten

Mehr lesen
Technologiemetalle – funktional unverzichtbar, aber kein homogener Markt

Edelmetalle – gleiche Bezeichnung, grundverschiedene Rollen

Edelmetalle werden häufig als homogene Anlageklasse wahrgenommen. Tatsächlich unterscheiden sie sich jedoch fundamental – in ihrer Funktion, ihrer Marktmechanik und ihrer Eignung als Investment. Ein zentraler Unterschied liegt im Handelssystem:Gold, Silber, Platin und Palladium sind börsennotiert und werden in erheblichem Umfang über Derivate gehandelt – nicht nur theoretisch, sondern praktisch täglich in vielfacher Hebelung. Metalle

Mehr lesen
Edelmetalle – gleiche Bezeichnung, grundverschiedene Rollen

Aktuelles und Wissenswertes zu Edelmetallen und weiteren Investmentchancen

Melden Sie sich noch heute zu unserem Newsletter an und erhalten regelmäßig Infos zum krisensicheren Investieren, Aktuelles und Wissenswertes rund um die Themen Edel- und Technologiemetalle, Diamanten und Seltene Erden, zum Marktgeschehen und langfristigen Investmentchancen – direkt in Ihr E-Mail Postfach.