Gold gelangt vom Erdkern in die Kruste

von Marko Mähner24. September 2025

Das sich im Erdkern gewaltige Mengen Gold befinden, ist kein Geheimnis. Wieso das Edelmetall auch in der Erdkruste (obererster Teil der Erde) vorkommt, war bislang nicht abschließend geklärt. Ein Forschungsteam an der Universität Göttingen hat nun die Erklärung gefunden – und bewiesen, dass das Edelmetall im Erdkern durchaus an die Erdoberfläche gelangen kann. 

Der Goldschatz in der Tiefe

Vereinfacht ausgedrückt besteht die Erde aus drei Schichten. Dem Erdkern, dem darüber liegenden Erdmantel und der – nur einige Kilometer dicken – Erdkruste. Im Inneren unserer Erde, im Kern, befindet sich ein gewaltiger Schatz aus vielen Milliarden Tonnen Gold. Wissenschaftler schätzen, dass rund 99,9 Prozent des Golds unseres Planeten im flüssigen Erdkern schlummern – und für die Menschheit damit unerreichbar ist. Immerhin befindet es sich in einer Tiefe von rund 2.900 Kilometern. Zum Vergleich: Die tiefste jemals durchgeführte geologische Bohrung erreichte eine Tiefe von kaum mehr als 12,2 Kilometer – und musste wegen der bereits hier vorherrschenden extrem heißen Temperaturen abgebrochen werden. 

Auf die noch junge Erde traf das Gold in Folge kosmischer Großereignisse wie Sternexplosionen und dem Einschlag goldhaltiger Meteoriten. Im Laufe der Zeit sank das schwere Gold dann immer weiter in den Kern der vor Jahrmilliarden noch flüssigen Erde. 

Warum geringe Mengen Gold auch heute noch in der Erdkruste vorkommen und an der Oberfläche unseres Planeten gefunden werden können, war lange ein Rätsel. Im Verdacht standen Meteoriten, die erst später auf der Erde einschlugen und die Goldvorräte der Erde nahe der Oberfläche anreicherten. Jetzt haben Wissenschaftler aber einen anderen Grund ausgemacht. 

Gold sickert vom Erdkern in den Erdmantel 

Wie ein Forschungsteam der Universität Göttingen rund um den deutschen Geologen Nils Messling nun nachweisen konnte, gelangt Gold aus dem Erdkern in den oberen Erdmantel. Eindeutig nachweisen konnten die Forscher den Austausch zwischen Kern und Mantel mit Hilfe eines Indikators: Ruthenium, das eines der seltensten Elemente der Erde ist. In Vulkangesteinen auf den Inseln von Hawaii entdeckte das Team ungewöhnlich große Mengen des schweren Ruthenium-Isotops 100Ru, das so eigentlich nur im Erdkern existiert. Damit wurde bewiesen, dass Metalle des Erdkerns Aktivität allmählich in den Erdmantel „sickern“ und durch vulkanische schließlich auch an die Erdoberfläche gelangen. 

Gold bleibt ein begrenzter Rohstoff

Was bedeuten die Erkenntnisse der Göttinger Wissenschaftler? Immerhin ist die Goldmenge im Erdkern gewaltig. Wird in der nächsten Zeit nun immer mehr Gold förderbar? Hat der Prozess womöglich gar Einfluss auf den Goldpreis? Die klare Antwort: Nein. Anleger können aufatmen. Zwar ist es richtig, dass kleinere Goldmengen kontinuierlich in Richtung Erdoberfläche transportiert werden. Dieser Prozess allerdings umfasst extrem lange Zeiträume. Auf den Goldpreis hat er keine Auswirkungen. Gold bleibt ein begrenzter Rohstoff, der als Inflationsschutz und sicherer Hafen zu einem gewissen Anteil fast jedes Portfolio bereichert. 

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