Rückblick: Chinas Aufstieg zum Seltenerd-Monopolisten

von Marko Mähner16. Oktober 2024

In den letzten Jahrzehnten arbeitete China konsequent daran, seine monopolartige Stellung bei der Förderung und Verarbeitung Seltener Erden weiter auszubauen. Mit Erfolg. Heute sind viele westliche Länder – darunter auch die EU im Allgemeinen und Deutschland im Speziellen – in hohem Maß von China abhängig. Wie konnte es so weit kommen?

Gefährliche Rohstoffabhängigkeit

Der überwiegende Großteil aller Seltenen Erden wird derzeit in China gefördert und verarbeitet. Damit hat sich das Land eine monopolartige Stellung gesichert – nicht nur bei Seltenen Erden, sondern auch bei vielen Technologiemetallen. Die Folge: Viele Länder, darunter auch die EU und Deutschland, sind vom Reich der Mitte abhängig. Und das zu einem hohen Grad: Deutschland etwa bezieht rund zwei Drittel der benötigten Seltenen Erden aus China. Und die werden für sämtliche Zukunftstechnologien dringend benötigt – vom Smartphone über LEDs bis zum Elektromotor. Anders ausgedrückt: ohne Seltene Erden fiele die Welt zurück in die technologische Steinzeit. 

Und genau deshalb ist die einseitige Abhängigkeit von China auch so gefährlich. Aus gutem Grund stuft die EU-Kommission Seltene Erden als „kritische Rohstoffe“ ein – und arbeitet fieberhaft an Wegen in die Rohstoffunabhängigkeit Europas. Denn wozu eine solche Abhängigkeit führen kann, hat die im Zuge des Ukraine-Kriegs und der folgenden Sanktionen gegen Russland entstandene Energiekrise gezeigt. Ein Unterschied existiert allerdings: Im Gegensatz zu russischem Öl und Gas gibt es zu chinesischen Seltenen Erden und Technologiemetallen derzeit kaum eine ernstzunehmende Alternative. 

Chinas Weg zum Quasi-Monopol

Wie konnte es so weit kommen? Während viele westliche Länder die Brisanz der Abhängigkeit über lange Zeit nicht erkannt haben (oder nicht wahrhaben wollten), ist die aktuelle Monopolstellung aus chinesischer Sicht alles andere als Zufall. Im Gegenteil. Sie wurde strategisch geplant und über Jahrzehnte hinweg gezielt gefördert. Schon in den 1950er Jahren entwickelte China ein Verfahren zur Rohstofftrennung, das es dem Land ermöglichte, Seltene Erden vor Ort zu verarbeiten. In den 1980er Jahren schließlich wurde China zum global größten Seltenerdproduzenten. Viele chinesische Unternehmen investierten massiv in Abbau und Förderung. Dank niedriger Produktionskosten und sinkender Preise in Folge von Überkapazitäten drängten chinesische Anbieter seit Beginn des neuen Jahrtausends immer mehr Unternehmen vom Markt – und festigten damit die monopolartige Stellung Chinas. 

Die chinesische Regierung bemühte sich unterdessen die bislang zersplitterte und wenig kontrollierte Seltenerdindustrie zu regulieren und zu bündeln – nicht zuletzt, um stärkeren Einfluss auf die Preisbildung zu erlangen. In diesem Zusammenhang wurde vor einigen Jahren auch die China Rare Earth Group geschaffen. Gleichzeitig bemühte sich China darum, den Export zu begrenzen und seine Marktmacht weiter auszubauen. Das jüngst verhängte Exportverbot von Technologien zur Seltenerdverarbeitung ist dabei nur eine von vielen Maßnahmen. So dient das chinesische Quasi-Monopol auf Seltene Erden dem Land heute auch dazu, politischen Einfluss geltend zu machen. Und in den nächsten Jahren dürfte sich an dieser Situation kaum etwas ändern. Immerhin kann China nach wie vor zu nahezu unschlagbar günstigen Preisen produzieren. Dass die heimische (größtenteils staatlich kontrollierte) Seltenerdindustrie dabei mitunter Verluste einfährt, ist fast egal. Denn die eigentliche Wertschöpfung findet mittlerweile in nachgelagerten Industrien statt – etwa bei der Produktion von Elektroautos, die chinesische Unternehmen auch dank der unbegrenzten Verfügbarkeit von Seltenen Erden zu extrem günstigen Preisen anbieten können. Eine Entwicklung, die die EU jüngst dazu trieb, vorläufig Strafzölle auf den Import von E-Autos aus China einzuführen. 

Wie Anleger von einem Investment in Seltene Erden profitieren können

Ob es in den nächsten Jahrzehnten gelingt, die Marktmacht Chinas im Bereich der Seltenen Erden zu brechen, ist ungewiss. Sicher ist allerdings, dass der Bedarf an vielen Seltenen Erden und Technologiemetallen rasant wachsen und sich bei vielen Rohstoffen sogar vervielfachen dürfte (z.B. in Folge der global vorangetriebenen Energiewende). Auf Industrie und Politik erhöht diese Entwicklung den Druck weiter. Zumindest Anleger allerdings können von der wachsenden Nachfrage profitieren. 

Über das GranValora Sachwertdepot können Sie direkt in viele Seltene Erden und Technologiemetalle investieren – ohne festgelegte Warenkörbe. Mittel- und langfristig könnten kräftige steuerfreie Gewinne in Folge steigender Preise winken. Zudem tragen Sie mit Ihrem Investment zur Versorgungssicherheit der deutschen Industrie bei. Denn gelagert werden sämtliche Rohstoffe in einem hochsicheren Zollfreilager in Frankfurt am Main. Bevor Sie sich für ein Investment entscheiden, empfiehlt sich allerdings die Lektüre des kostenfreien E-Books „Geldwerte, Sachwerte, Reine Werte“. Hier erfahren Sie unter anderem,

  • warum für Seltene Erden und Technologiemetalle auch der Begriff „Strategische Metalle“ geläufig ist,
  • welche Spielregeln beim Kauf und Verkauf von Seltenen Erden gelten,
  • inwiefern es sich bei den Rohstoffen um „Wahre Werte“ handelt und
  • welche weiteren Wahren Werte für Ihr Investment interessant sein könnten – von Edelmetallen wie Gold und Silber bis hin zu Diamanten. 

Gut zu wissen: Über das GranValora Sachwertdepot können Sie beliebig in die Rohstoffe Ihrer Wahl investieren. Als Einmalbetrag (ab 500€) oder in Form einer monatlichen Sparrate (ab 25€). 

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