Palladium: Zukunft als Wasserstoffspeicher?

von Marko Mähner13. Juli 2022

Palladium findet derzeit vorwiegend in der Autoindustrie Verwendung. Spannender, weil zukunftsträchtiger, ist allerdings der mögliche Einsatz des Edelmetalls als Wasserstoffspeicher. Was dahinter steckt, beleuchte ich in diesem Beitrag. 

Palladium und Platin: In der Industrie eng verwoben

Palladium teilt sich viele Eigenschaften mit Platin. Gerade in der Industrie sind beide Edelmetalle daher bedingt gegeneinander austauschbar. Das zeigt sich insbesondere in der Automobilindustrie, wo beide Metalle in Fahrzeugkatalysatoren zur Reinigung von Abgasen genutzt werden können. Die industrielle Nachfrage richtet sich daher maßgeblich nach dem Preis des jeweiligen Edelmetalls. Angesichts der rasanten Preissteigerungen von Palladium in den letzten Jahren dürfte sich die Nachfrage mittelfristig eher in Richtung Platin entwickeln. Hinzu kommt: Mit der zunehmenden Umstellung auf Elektroautos fallen die klassischen Einsatzgebiete von Palladium ohnehin weg. (Was natürlich auch für Platin gilt.) Eher düstere Aussichten für das Edelmetall also? Nicht unbedingt. 

Palladium: Zukunft als Wasserstoffspeicher? 

Fakt ist, dass Palladium derzeit vorwiegend in „klassischen“ Industriezweigen Verwendung findet. Das allerdings muss nicht zwangsweise so bleiben. Tatsächlich könnte Palladium sogar für eine Technologie relevant werden, die sich mit Fug und Recht als „zukunftsweisend“ bezeichnen darf. Konkret geht es um die Entwicklung eines Wasserstoffspeichers. 

Grüner Wasserstoff gilt als Energieträger der Zukunft und ist für die Energiewende geradezu essenziell. Insbesondere in Industrie und Verkehr dürften die CO2-Emissionen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten ohne den Einsatz von grünem Wasserstoff nicht in ausreichend hohem Maße gesenkt werden können. Diesem Umstand trägt auch die EU-Wasserstoffstrategie Rechnung. Während für die Herstellung von grünem Wasserstoff mittels Elektrolyse erhebliche Mengen an Platin gebraucht werden, könnte Palladium eine Schlüsselrolle bei der ebenso notwendigen Wasserstoffspeicherung einnehmen. 

Erste experimentelle Ergebnisse sind vielversprechend

Da Wasserstoff nur unter sehr niedrigen Temperaturen und großem Druck flüssig gelagert werden kann, ist die Wasserstoffspeicherung derzeit energieintensiv und teuer. Palladium allerdings kann Wasserstoff sehr gut binden. Schwierig wird es lediglich, wenn es darum geht, die aufgenommenen Teilchen wieder freizusetzen. Genau hier setzen Forscher des Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) an. Die Idee: Winzige Nano-Teilchen des Edelmetalls, stabilisiert durch Iridium, binden Wasserstoff nur an der Oberfläche – und geben diesen schon nach einer leichten Erwärmung wieder frei. Auf diese Weise würde Palladium zu einem echten Wasserstoffspeicher. Dass dies prinzipiell funktioniert, konnten die Forscher bereits im Experiment feststellen. Ob und wie sich die Technologie auch in größerem Maßstab anwenden lässt, wird die Zukunft zeigen. 

In Wahre Werte investieren: Das sollten Sie wissen

Palladium könnte sich ebenso wie Platin als Zukunftstechnologie erweisen – und damit langfristig auch für Anleger interessanter werden. Wenn Sie sich für ein Investment in Edelmetalle interessieren, empfehle ich Ihnen allerdings zunächst die Lektüre unseres kostenfreien Praxisratgebers „Geldwerte – Sachwerte – Reine Werte“. Hier erfahren Sie unter anderem,

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