Gallium: Eine Investition in die Zukunft

von Marko Mähner15. Juli 2018

Als der Chemiker Paul Émile Lecoq de Boisbaudran im Jahr 1875 erstmals das Element Gallium darstellte, war er sicher von vielem verwundert. So schmilzt das Metall zum Beispiel bereits bei Handwärme. Wozu das Material später noch einmal dienen würde, konnte sich damals jedoch niemand erträumen: Leuchtdioden (LED), Computerchips und Flachbildfernseher sollten erst ein Jahrhundert später erfunden werden. Genau diese Einsatzmöglichkeiten in der Hochtechnologie machen Gallium heute so begehrt – und teuer. Für Investoren ist das ein guter Grund, sich näher mit dem bisher oft unbekannten Element zu beschäftigen.

Ein Technologiemetall mit vielfachem Nutzen

Ein Haupteinsatzgebiet für Gallium lässt sich kaum finden. Vielmehr wird das Metall für diverse Technologien benötigt. So ist es zum Beispiel in Leuchtdioden enthalten. Als Basis dient hierin das Indiumgalliumnitrid, mit dem sich blaues, grünes und blau-violettes Licht stromsparend erzeugen lassen. Diese Eigenschaften sind nicht nur für moderne Touchpads und Beleuchtungsanlagen interessant, sondern werden auch in der Blu-ray-Technologie genutzt. In (vereinfacht gesprochen) „umgekehrter Richtung“ dient die Verbindung in Solarzellen zur Erzeugung von Strom aus Sonnenlicht.

Ein weiterer Einsatzschwerpunkt von Gallium ist die Halbleiter-Technologie. Als Zusatz zu hochreinem Silizium ist es in der Lage, die Eigenschaften von Wafern auf eine definierte Art und Weise zu verändern. Die so erzeugten Transistoren und Mikrochips werden ihrerseits in diversen Computern und Maschinen verbaut.

Daneben gibt es zahlreiche weitere Anwendungen für das vielfältige Metall. Dazu zählen die Herstellung von Hochtemperatur-Thermometern, die Produktion von Spiegeln und die Fabrikation spezialisierter Messgeräte.

Gallium: ein seltenes Element?

In 1.000.000 (= eine Million) Atomen, die sich in der Erdhülle befinden, sind im Schnitt 14 Gallium-Teilchen enthalten. Damit ist das Metall immerhin gut 3000-mal häufiger zu finden als Gold. Tatsächlich bildet das Element mit seinen Verbindungen in zahlreiche Mineralien geringe Verunreinigungen, meistens ist es in Gesellschaft von Aluminium und Zink zu finden. Allerdings gibt es in Bezug auf die Gewinnung eine große Einschränkung: Fast überall auf der Welt sind die Beimengungen von Gallium in gefundenen Erzen so gering, dass eine Aufarbeitung nicht möglich beziehungsweise finanziell nicht realisierbar ist. So liefern nur wenige Minen die Rohstoffe, aus denen das Metall später gewonnen wird.

Hohe Nachfrage trifft geringe Fördermengen

Rein wirtschaftlich betrachtet, treffen beim Gallium zwei Konstellationen in ungünstiger Weise zusammen: Einerseits wird das Metall für viele Schlüsseltechnologien benötigt, andererseits sind die weltweiten Vorkommen und Fördermengen stark begrenzt. Gemäß bekannter Zusammenhänge bewirkt die hohe Nachfrage bei knappem Angebot einen hohen Preis. So führten Lieferengpässe und die Entwicklung neuer Technologien in den vergangenen Jahren immer wieder zu einem Anstieg der Preise für das begehrte Metall. Diese Gesamtsituation macht Gallium zu einem sehr interessanten Objekt für Anleger. Als Sachwert ist es, ähnlich wie Gold und Silber, eine attraktive Option zu traditionellen Investments. Im Gegensatz zu den klassischen Edelmetallen hat es den Vorteil, dass die Nachfrage nicht nur durch internationale Investoren generiert wird, sondern auch durch industrielle Abnehmer. Stark vereinfacht heißt das: Jedes moderne Smartphone, das Hochfrequenzbauteile mit Gallium enthält, beeinflusst den Rohstoffpreis für Anleger positiv.

Gallium als Sachwert für Investoren

Wie beschrieben, sind Sachwerte aus dem Bereich der Technologiemetalle sehr interessante Investments. Gallium erfüllt dabei wesentliche Kriterien für eine erfolgreiche Anlage: Positiv ist, dass die Nutzung des Metalls breit gefächert ist. So wird Gallium in der Industrie nicht allein für Mobiltelefone benötigt, sondern auch für Leuchtdioden, Solarzellen und weitere moderne Technologien. Zugleich ist die Menge des Galliums, das vergleichsweise kostengünstig gefördert werden kann, beschränkt. Bei anhaltender Nachfrage ist sogar eine Knappheit nicht auszuschließen: Neue Entwicklungen in der Forschung mit Solarzellen aus Gallium-Verbindungen könnten diesen Trend beschleunigen. Zusammenfassend bedeutet das: Gallium ist ein Metall, das sich einer langfristigen Nachfrage erfreuen dürfte. Für Investoren bietet es damit eine interessante Option als Erweiterung zu klassischen Edelmetallen oder ähnlichen modernen Technologiemetallen.

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