Goldrausch in Deutschland? Das Edelmetall ist beliebt wie nie!

von Marko Mähner8. November 2017

Fast 188 Tonnen Gold haben die Deutschen im vergangenen Jahr gekauft. Diese Zahl geht aus einer Sonderstudie der World Gold Council zum deutschen Goldmarkt hervor. Die Wissenschaftler bestätigten damit die rasante Entwicklung der Goldnachfrage in der Bundesrepublik.

Weltweit investiert niemand mehr in Gold als die Deutschen

Für das Jahr 2016 haben die deutschen Anleger mit 188 Tonnen nicht nur einen Landesrekord aufgestellt, im internationalen Vergleich wurde in keinem anderen Staat so viel Gold pro Kopf umgesetzt wie hier. Umgelegt auf die Gesamtbevölkerung errechneten die Forscher ein Menge von 1,3 Gramm des Edelmetalls pro Person. Zum Vergleich: Die international auf dem zweiten Platz liegenden Türken erreichten 0,9 Gramm pro Person, in China waren es nur 0,65 Gramm je Einwohner. Damit bestätigt sich, dass sich die Goldnachfrage in Deutschland auf einem Rekordhoch befindet.

Immer mehr: Die Entwicklung des deutschen Goldmarkts seit 2007

Gold als eine der beliebtesten Anlagen in Deutschland – war das schon immer so? Nicht unbedingt. In ihrem Bericht zeigt die World Gold Council eine beeindruckende Entwicklung der Goldnachfrage in Deutschland. Während der Umsatz 2007 noch bei vergleichsweise moderaten 36 Tonnen lag, vervierfachte sich der Wert in nur zwei Jahren: 2009 waren es bereits 134 Tonnen. Diese Zahlen können nur mit der zeitgleich veränderten Weltwirtschaftslage erklärt werden. Die 2008 einsetzende Krise hat das Vertrauen der Deutschen in andere Investments gemindert. Gold gilt hingegen als krisenfest und wurde in großer Menge zugekauft.

ETCs gewinnen an Beliebtheit

Ein ganz aktueller Trend aus der Gold-Studie ist, dass in Deutschland verstärkt Gold-ETCs erworben werden. Unter dem Oberbegriff ETC (Exchange Traded Commodities) werden börsengehandelte Wertpapiere zusammengefasst, die durch physische Goldbestände gedeckt sind. 2016 hatten diese einen Anteil von 41 Prozent an der Gesamtnachfrage der Deutschen. Mehr als die Hälfte des Goldes wurde allerdings noch immer in Form von Barren und Münzen erworben. Im Vergleich zu den Vorjahren ist das dennoch eine gravierende Veränderung, weil Gold-ETCs bisher nur einen geringen Anteil der deutschen Goldgeschäfte ausmachten.

Mehr als die Hälfte der Investoren sagt: Gold wird niemals wertlos

Interessant ist außerdem eine Umfrage unter mehr als 2000 Investoren, die vom Marktforscher Kantar TNS durchgeführt wurde und Teil der Gold-Studie ist. Die Fragen zielten auf die Einstellung der Finanzexperten zum Thema Gold. Eine deutliche Mehrheit von 59 Prozent stimmte dabei der Aussage zu, dass Gold niemals wertlos wird. Mit 57 Prozent nur unwesentlich weniger Investoren bestätigten, mit Goldmünzen und Goldbarren ihr Vermögen schützen zu wollen. Besonders bezeichnend war eine weitere Aussage, der 48 Prozent der Befragten zustimmten. Sie gaben an, dass sie Gold mehr trauen als den Landeswährungen. Diese Einschätzungen zeigen, aus welchen Beweggründen die Deutschen zu immer mehr Goldanlagen tendieren.

Nur Aktien noch beliebter als Gold

Die Befragten gaben außerdem an, welche Investments sie in den vergangenen 12 Monaten getätigt haben. Erwartungsgemäß war Gold unter den Nennungen häufig vertreten: 22 Prozent der Investoren setzten auf das Edelmetall. Damit waren nur Aktien (29 Prozent) noch beliebter als Goldgeschäfte.

Sicher, beständig, und zunehmend beliebt: Hat Deutschland eine „goldene Zukunft“?

Die Studie der World Gold Council zeigt, dass der Goldkonsum in Deutschland in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat. Insbesondere als Folge der Finanzkrise rückte das Edelmetall in den Fokus vieler Investoren. Mit einer Umfrage liefert die Studie zugleich Erklärungen für den Goldhunger der Deutschen: Es dient als sinnvolle Anlage und wird von vielen langfristig als sichere Investition eingeschätzt. Aus diesen Gründen ist eine Abschwächung der Nachfrage nach dem Edelmetall unwahrscheinlich. Folglich wird Gold für deutsche Investoren in den kommenden Jahren seinen hohen Stellenwert wohl behalten.

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