Der physische Goldmarkt – Die Entstehung des Goldpreises

von Gastautor

Die alte Weisheit „Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis“ beschreibt das Marktgleichgewicht und meint die Situation in der die Menge des Angebotes gleich der Nachfragemenge ist.

Der Gleichgewichtspreis

Bei einem niedrigen Minimalpreis wird nur eine geringe Menge angeboten. Ist der Preis allerding höher steigt auch die angebotene Menge. Die Nachfragelinie hingegen beginnt mit einer kleinen Nachfrage bei einem hohen Maximalpreis und nimmt mit fallendem Preis immer weiter an Menge zu. Angebot und Nachfrage verlaufen entsprechend, in Abhängigkeit vom Preis, gegeneinander. An dem Punkt an dem die angebotene Menge genauso hoch ist wie die nachgefragte entsteht ein Gleichgewicht – der Gleichgewichtspreis – an dessen das Umsatzmaximum erreicht wird.

Nachfrageänderung

Wollen aufgrund äußerer Umstände mehr Leute ein bestimmtes Gut haben so steigt die Nachfrage bei allen Preisen, zum Beispiel Regenschirme bei Regen oder Luxusgüter bei höherem Einkommen. Infolge der höheren Nachfrage verschiebt sich die Nachfragelinie nach rechts und der Gleichgewichtspreis sowie die umgesetzte Menge steigen.

Sinkt die Nachfrage, dann verschiebt sich die Nachfragelinie nach links, der Gleichgewichtspreis sinkt, und das Umsatzmaximum auch. Als Folge wird sich der Markt anpassen und das Angebot sinken.

Angebotsänderung

Steigt die angebotene Menge aufgrund neuer Technologien oder neuer Marktteilnehmer, dann verschiebt sich die Angebotslinie nach unten, der Gleichgewichtspreis wird entsprechend niedriger und die maximal umsetzbare Menge größer sein. Bei sinkendem Angebot verhält es sich äquivalent.

Das Angebot auf dem physischen Goldmarkt

Die oben beschriebene Preisbildung funktioniert auch grundsätzlich auf dem Markt für physisches Gold. Das Gold auf der Angebotsseite, stammt aus Minen und aus recyceltem Gold, wobei die Minenerzeugnisse mit 75 Prozent dominieren. Aktuell werden ca. 3.000 Tonnen Gold pro Jahr aus Minen gewonnen. Bei bereits 171.000 Tonnen im Umlauf befindlichem Gold liegt die jährliche Vergrößerung der Gesamtmenge bei 1,75 Prozent und ist eher gering. Problematisch ist allerdings, dass das meiste Gold nicht dem Markt zur Verfügung steht oder bereits zu Schmuck verarbeitet ist. Die Gewinnung neuen Goldes aus Minen ist also enorm wichtig. Die Menge des aus Recycling gewonnenen Goldes würde wohl nur steigen, wenn man die Leute dazu bewegen könnte ihren Schmuck, Barren oder Münzen einzuschmelzen oder zu verkaufen. Dies ist allerdings an die Notwendigkeit einer Preissteigung gebunden. Ist der Preis für Gold eher niedrig, so wird die Bereitschaft der Bevölkerung, sich von ihrem Gold zu trennen, weniger vorhanden sein. Den wichtigsten Faktor auf der Angebotsseite stellt also die Goldproduktion der Minen dar.

Die Nachfrage auf dem physischen Goldmarkt

Der industrielle Nutzen des Rohstoffes Gold ist im Gegensatz zu anderen Rohstoffen eher gering. Kupfer ist essentiell für die Infrastruktur, Eisenerz findet massiv Verwendung bei der Errichtung von Gebäuden und Platin oder Palladium ist in Katalysatoren für Kraftstoffmotoren unabkömmlich. Gold wird auch von der Industrie nachgefragt, allerdings nur ca. zehn Prozent vom Goldangebot und ist daher weniger bedeutend als bei oben genannten Rohstoffen. Die Schmuckindustrie hingegen ist für den Goldmarkt wesentlich bedeutender. Es werden ca. 50 Prozent des angebotenen Goldes für Ringe, Ketten, Uhren usw. verwendet.

Wie im Diagramm grafisch dargestellt ist die Schmuckindustrie der mit Abstand größte Nachfrager von Gold.

Auf Rang zwei kommt die Investmentnachfrage. Die Zentralbanken sind der drittgrößte Nachfrager im obigen Diagramm. Seit 2009 kaufen die Zentralbanken wieder mehr Gold als sie verkaufen. Dabei sind die Bestände der Zentralbanken westlicher Industrienationen weitestgehend gleich geblieben, hingegen erhöhten die Zentralbanken der Schwellenländer ihre Goldeinlagen.

Die technologische Nachfrage ist mengenmäßig mit ca. acht Prozent eher gering und von weniger Bedeutung für den physischen Goldmarkt. Auf Grund dessen wird Gold nur sehr wenig verbraucht und der größte Teil des jemals weltweit geförderten Goldes ist nach wie vor vorhanden.

Gastautor: Robin Barth

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