Von Marko Mähner – Veröffentlicht: 11. November 2020

Wie Sie Edelmetalle sicher lagern können, habe ich bereits in einem meiner früheren Beiträge thematisiert. Manchmal ist es allerdings auch unabdingbar, kleinere oder größere Mengen an Edelmetallen oder Diamanten zu transportieren. Sei es durch eine unerwartete Schenkung, beim Tafelgeschäft oder auf dem Weg zum oder vom Bankschließfach. Im Folgenden zeige ich Ihnen daher, welche Möglichkeiten Sie haben, Ihre Schätze möglichst sicher von A nach B zu bringen. 

Edelmetall-Versand via Paket-Dienstleister? Nur was für Adrenalin-Junkies

Goldmünze oder Silberbarren gut verpacken und via normalem Paketdienstleister zum Zielort schicken lassen. Klingt denkbar unkompliziert, ist aber in den meisten Fällen weder erlaubt noch praktikabel. So schließen viele Paketdienstleister den Versand von Edelmetallen, Diamanten und sonstigen Valoren der Klasse II (Bargeld oder Schmuck) von vorneherein aus. DHL bieten zwar auch den versicherten Versand von Edelsteinen und Edelmetallen – allerdings nur bis zu einem Wert von 500 Euro. Wird diese Grenze missachtet, würde das Paket angenommen und transportiert werden, aber im Schadenfall würde die Regulierung wegen eines Verstoßes gegen die AGB abgelehnt werden. Um das Verlustrisiko auszuschließen, würde nur eine gesonderte Versicherung helfen. Doch die steht nur gewerblichen Edelmetallhändlern zur Verfügung. Aufgrund der Verlusthäufigkeit würde ich von dieser Option dringend abraten.

 

Spezialisierte Werte-Logistiker – nicht günstig, aber sicher

Für höhere Werte deutlich besser geeignet ist da schon der Transport durch einen Werte-Logistiker, der Tag für Tag hohe Sachwerte transportiert. Die meisten entsprechenden Dienstleister bieten folgende Service-Leistungen an:

  • Die Art des Transports (neutrales oder Hochsicherheitsfahrzeug) erfolgt abhängig von Ihren Wünschen und vom Wert der transportierten Rohstoffe.
  • Das eingesetzte, in einigen Fällen auch bewaffnete, Personal wurde für die besonderen Anforderungen des Werte-Transports geschult.
  • Die Transportfahrzeuge werden mit GPS überwacht.
  • Die verschickten Werte sind in der Regel während des Transports versichert.
  • Einzeltransporte (bei hohen Werten) sind aus Sicherheitsgründen durchaus möglich.
  • Auch grenzüberschreitende Lieferungen von Valoren der Klasse II sind möglich.

Der große Nachteil dieser professionellen Werttransporte: Sie sind verhältnismäßig teuer. Selbst Sammellieferungen, die im Rahmen bestimmter Touren durchgeführt werden, können – abhängig vom deklarierten Wert – schnell in den dreistelligen Bereich gehen. Einzeltransporte, beispielsweise zum gerade geerbten, abgelegenen Landhaus der (Groß-)Eltern, sind dagegen gleich um ein Vielfaches teurer.

 

Tipps für den persönlichen Transport

Seit Jahren dünnen viele Banken ihr Filialnetz sukzessive aus. Dem fallen auch immer mehr Schließfächer zum Opfer. Wer unweit der schließenden Filiale wohnt, mag versucht sein, den Transport seiner Wertgegenstände persönlich zu übernehmen – sei es zur neuen Schließfachanlage oder zum heimischen Tresor. Dabei gilt es allerdings Folgendes zu beachten:

  • Nutzen Sie für den Transport nach Möglichkeit ein Auto. Denken Sie daran, auch unterwegs die Türen zu verriegeln, sofern Ihr Fahrzeug keine automatische Sicherheitsverriegelung hat.
  • Transportieren Sie Ihre Werte möglichst nah am Körper. Überschaubare Mengen an Edelsteinen, Münzen oder Barren passen meist problemlos in die Innentasche einer Jacke.
  • Wählen Sie auf dem fußläufigen Transportweg wenig belebte, aber auch keine gänzlich ausgestorbenen Routen. Stark frequentierte Einkaufsstraßen sind ebenso wenig zu empfehlen wie dunkle Gassen in Problemvierteln.
  • Bleiben Sie diskret – schauen Sie sich die transportierten Werte unterwegs keinesfalls an und reden Sie mit niemandem über diese.

Spezielle Sicherheitsboxen oder mobile Mini-Tresore mögen auf Langfinger eine gewisse abschreckende Wirkung haben. Sichtbar transportiert ziehen sie aber auch ungewollte Aufmerksamkeit auf sich. Das gilt insbesondere für die filmreife Nutzung von Handschellen, um Sicherheitstaschen ans eigene Handgelenk zu ketten. Ob letztere Variante die Wahrscheinlichkeit eines Diebstahls wirklich verringert, sei dahingestellt. Ihrer eigenen Sicherheit jedenfalls ist diese Methode eher abträglich.

Tipp: Wer die Sicherheit auf dem Transportweg erhöhen möchte, kann bei vielen Security-Dienstleistern einen Transportbegleitschutz (offen oder verdeckt) buchen. Auf diese Weise tragen Sie Ihre Werte stets persönlich bei sich, profitieren aber zugleich von einer erhöhten Sicherheit. Versichert ist der Transportweg bei dieser Lösung im Regelfall allerdings nicht.

 

Fazit: Ein sicherer Transport ist seinen Preis wert

Beim Transport von Edelmetallen und sonstigen Sachwerten gilt: Sparen Sie nicht an der falschen Stelle. Beim privaten Versand über reguläre Paketdienstleister kann ich bei höheren Werten nur zum Blick ins Detail raten. Die zulässigen (und versicherbaren) Werte unterscheiden sich zwischen den Paketdiensten – und sind für private Sender häufig sehr niedrig angesetzt. Am sichersten dürfte die Inanspruchnahme eines Werte-Logistikers sein. Wenn Ihnen dieser Service zu teuer ist oder Sie Ihre Werte schlicht nicht aus der Hand geben möchten, sollten Sie für den persönlichen Transport unbedingt die oben genannten Punkte beachten.

In einem meiner nächsten Beiträge werde ich mich dem immensen Potenzial von Gold für die Altersvorsorge widmen.