Für etliche Anleger dürfte das Jahr 2025 äußerst erfolgreich verlaufen sein. Nahezu alle Anlageklassen zeigten Bewegung – teils beeindruckend, teils aber auch nervenaufreibend. Wer ausschließlich auf die Rendite blickt, übersieht jedoch etwas Wesentliches.
Erst im Zusammenspiel von Ertrag, Drawdown und Zeit wird sichtbar, was Anleger tatsächlich erlebt haben – und welche Rolle die einzelnen Anlageklassen im Vermögensmix sinnvoll erfüllen.
Die folgenden Grafiken zeigen daher nicht nur die Wertentwicklung, sondern auch:
- den maximalen zwischenzeitlichen Verlust (Drawdown)
- sowie die Dauer dieser Verlustphase in Handelstagen
Denn Rendite ist nur dann wertvoll, wenn sie nicht nur auf dem Papier existiert, sondern auch im Portemonnaie ankommt. Deswegen zeigt die folgende Grafik nicht nur, was Anleger 2025 verdient haben – sondern auch, was sie dafür aushalten mussten.

Tagesgeld – stabil und verfügbar, aber schleichender Wertverlust
Tagesgeld erfüllte 2025 seine Funktion als Liquiditätsreserve zuverlässig. Die Rendite lag bei 2,25 %, Schwankungen spielten praktisch keine Rolle.
Damit bleibt Tagesgeld ein wichtiger Bestandteil für Flexibilität, gepaart mit Sicherheit. Der Preis für diese Ruhe liegt jedoch in der begrenzten Kaufkraftstabilität. Nominale Sicherheit bedeutet nicht automatisch realen Werterhalt. Meist ist die Inflationsrate höher als die Zinsen. Auf dem Kontoauszug steht zwar ein höherer Betrag, aber der Einkaufswagen wird damit nicht mehr so voll, wie vor einem Jahr.
Staatsanleihen – stabil gedacht, schwankend erlebt
Staatsanleihen werden häufig als ruhige, berechenbare Anlage wahrgenommen. Der Rückblick auf 2025 zeigt jedoch, dass sich diese Ruhe für Anleger sehr unterschiedlich anfühlen kann.

Am Ende des Jahres stand eine Rendite von 1,69 % – und damit sogar unter der Verzinsung von Tagesgeld. Dafür mussten Anleger dann auch noch einen Drawdown von rund 4 % aushalten – also mehr als die ganze Jahresrendite.
Gerade dieser Punkt ist entscheidend: Eine Anlage, die im letzten Jahr weniger Rendite lieferte als Tagesgeld, verlangte zusätzlich noch Geduld, Disziplin und das Aushalten einer längeren Verlustphase. Für viele Anleger ist das mental schwerer zu verarbeiten als kurzfristige Schwankungen bei renditestärkeren Anlagen.
Immobilien – Substanz mit Stabilität und Hebelwirkung
Immobilien zeigten 2025 eine positive Jahresentwicklung. Die Wertsteigerung lag bei 3,61 % (Q3 2024 bis Q3 2025) und markierte damit wieder ein Plus nach zwei Jahren rückläufiger Preise.

Als substanzbasierte Anlage verlaufen Preisbewegungen bei Immobilien in der Regel langsamer und weniger emotional als an den Kapitalmärkten. Aber, um die Chancen und Risiken von Immobilien wirklich einschätzen zu können, muss man wesentlich tiefer eintauchen. Das werde ich in Teil III dieser Serie tun.
Aktien – starkes Ergebnis, unruhiger Weg
Aktien blickten 2025 auf ein insgesamt erfolgreiches Jahr zurück. Gemessen am globalen Aktienmarkt (MSCI World, währungsgesichert in Euro) stand am Ende ein klares Plus von 17,06 %. Damit bestätigten Aktien erneut ihre Rolle als langfristiger Renditetreiber im Vermögensmix.
Der Weg zu diesem Ergebnis war jedoch alles andere als geradlinig. Im Jahresverlauf kam es zu einem Drawdown von über 20 %, der sich über mehr als vier Monate erstreckte. Phasen steigender Kurse wechselten sich mit deutlichen Rücksetzern ab, bevor neue Höchststände erreicht wurden.

Die Grafik macht sichtbar, was viele Anleger erst im Rückblick realisieren: Selbst in einem erfolgreichen Aktienjahr gehören lange und tiefe Verlustphasen dazu. Investiert zu bleiben, war wichtiger als der perfekte Einstiegszeitpunkt.
Aktien lieferten 2025 ein starkes Ergebnis – aber nicht ohne Geduld zu verlangen. Wer nur das Jahresplus sieht, unterschätzt die mentale Belastung auf dem Weg dorthin. Wer investiert blieb, wurde belohnt. Wer zwischendurch ausstieg, verpasste einen wesentlichen Teil der Entwicklung.
Diamanten – individuell bewertet, kollektiv unter Druck
Diamanten sind als Anlageklasse nur schwer vergleichbar. Größe, Farbe, Reinheit und Schliff machen jedes Stück zu einem Unikat. Entsprechend vorsichtig muss jede pauschale Betrachtung ausfallen.
Für das Jahr 2025 lässt sich dennoch eine klare Tendenz festhalten: Auf Eurobasis kannten Diamanten nur eine Richtung – abwärts. Die Preisentwicklung war schwach und bot kaum Erholungsphasen.
Ein wesentlicher Faktor war der Wertverlust des US-Dollars, da Diamanten international überwiegend in Dollar gehandelt werden. Hinzu kommt ein struktureller Gegenwind: Künstliche Diamanten gewinnen vor allem im preiswerten Schmucksegment weiter an Bedeutung und erhöhen den Wettbewerbsdruck auf natürliche Steine.
2025 zeigt, dass selbst einzigartige Güter nicht vor länger anhaltenden Wertverlusten geschützt sind – insbesondere dann, wenn Währungseffekte und strukturelle Veränderungen gleichzeitig wirken.
Bitcoin – hohe Erwartungen, reale Verluste
Bitcoin blickt auf ein schwieriges Jahr 2025 zurück. Auf Eurobasis lag die Jahresperformance bei –17,38 %. Damit endete das Jahr klar im Minus – trotz zwischenzeitlicher Allzeithochs.
Was Prozentzahlen nur abstrakt zeigen, wird bei einem Blick auf die absoluten Werte greifbar: Der Bitcoin-Kurs stieg im Januar auf fast 106.000 Euro und fiel anschließend innerhalb weniger Wochen auf rund 65.000 Euro zurück. Ein nominaler Verlust von über 40.000 Euro pro Bitcoin in kurzer Zeit.

Immerhin ein Drawdown von rund 38 %, der sich über mehr als 345 Kalendertage erstreckte. Die zweite große Verlustphase ist zum Jahresende noch nicht überwunden. Die Grafik zeigt: Auf Erholungen folgten Rückschläge oft schneller, als viele Anleger erwartet hatten.
Bitcoin verlangte 2025 nicht nur Risikobereitschaft, sondern vor allem mentale Belastbarkeit. Wer investiert war, musste mit ansehen, wie hohe Buchgewinne innerhalb kurzer Zeit wieder verschwanden – ohne zu wissen, ob und wann eine vollständige Erholung folgt. 2025 machte deutlich, dass das Potenzial des Bitcoins mit extremen, real spürbaren Verlustphasen erkauft wird. Wer hier investiert, investiert nicht nur Kapital – sondern auch Nerven.
Edelmetalle – starke Gruppe, unterschätzte Vielfalt
Die Gruppe der sechs Edelmetalle lieferte 2025 ein außergewöhnlich starkes Ergebnis. Im Durchschnitt lag der Gewinn bei rund 75 %. Rücksetzer blieben dabei vergleichsweise moderat: Der durchschnittliche Drawdown betrug 15,8 % und war in der Regel zeitlich begrenzt.
Viele Anleger denken bei Edelmetallen zuerst an Gold und Silber – beide mit einer ausgezeichneten Wertentwicklung im Jahr 2025. Doch der eigentliche Performance-Spitzenreiter kam aus einer ganz anderen Ecke: Ruthenium erzielte mit über 135 % den höchsten Zuwachs innerhalb der Edelmetalle.
Damit stammt die stärkste Rendite nicht aus den bekanntesten Edelmetallen, sondern aus einem Metall, das medial kaum präsent ist und von vielen Anlegern gar nicht aktiv verfolgt wird. In das aber auch Privatanleger ganz einfach investieren können – über das GranValora Sachwertdepot.
Am anderen Ende der Skala stand Iridium, das 2025 mit –7,5 % als einziges Edelmetall der Gruppe ein negatives Ergebnis aufwies. Auch das gehört zur Realität: Selbst innerhalb einer sehr erfolgreichen Anlageklasse entwickeln sich einzelne Metalle völlig unterschiedlich.
Die Edelmetalle überzeugten 2025 nicht nur durch ihre Performance, sondern durch das Verhältnis von Ertrag und Rückschlag. Hohe Gewinne trafen auf überschaubare Drawdowns – eine Kombination, die für viele Anleger gut durchhaltbar war.
Auf die Gründe für diese Unterschiede, die Besonderheiten der einzelnen Edelmetalle und welche sich für ein Investment jetzt besonders eignen, gehe ich im zweiten Teil dieser Serie ausführlich ein.
Technologiemetalle – leise, systemrelevant und erstaunlich stabil
Die Gruppe der sechs Technologiemetalle im GranValora Sachwertdepot entwickelte sich 2025 insgesamt solide. Der durchschnittliche Wertzuwachs lag bei rund 20 %, während die Rücksetzer mit einem Drawdown von 8,6 % wirklich moderat ausfielen. Beachtenswert: Alle Angaben beziehen sich auf Eurobasis – und berücksichtigen damit bereits den Wertverlust des US-Dollars von über 10 %, denn Technologiemetalle werden überwiegend in US-Dollar gehandelt.
Auffällig ist auch hier die Streuung innerhalb der Gruppe. Rhenium erwies sich mit einem Plus von knapp 50 % als klarer Spitzenreiter. Die stärkste Performance kam damit auch in dieser Gruppe von einem Metall, das in der öffentlichen Wahrnehmung kaum präsent ist, für Spitzentechnologie jedoch unverzichtbar bleibt.
Am anderen Ende stand Hafnium, ausgerechnet ein Spitzenreiter vergangener Jahre, mit einer Wertentwicklung von –4,2 %. Das unterstreicht, wie schnell sich Kräfteverhältnisse selbst in kleinen, spezialisierten Märkten verschieben können.
Technologiemetalle stehen selten im Fokus medialer Aufmerksamkeit. Dabei bilden sie die Grundlage moderner Industrie – von Luft- und Raumfahrt über Halbleiter bis hin zur Energietechnik. Ohne sie gäbe es einen großen Teil technologischer Anwendungen schlicht gar nicht – wir würden in die technologische Steinzeit zurückfallen.
2025 haben Technologiemetalle gezeigt, dass systemische Bedeutung nicht zwangsläufig mit extremer Volatilität einhergehen muss. Die Entwicklung verlief weniger spektakulär als bei anderen Sachwerten, dafür bemerkenswert stabil.
Auf die einzelnen Metalle und ihre ganz spezifischen Marktmechaniken werde ich im zweiten Teil dieser Serie detailliert eingehen.
Seltene Erden – außergewöhnliche Renditen gepaart mit strategischer Bedeutung
Das GranValora Sachwertdepot beinhaltet vier Seltenen Erden. Diese Gruppe war 2025 der klare Spitzenreiter im Gesamtvergleich. Der durchschnittliche Wertzuwachs lag bei 87,9 %, bei gleichzeitig moderaten Rücksetzern. Der maximale Drawdown betrug 9,3 % und kann wahrlich als nervenschonend bezeichnet werden.
Besonders herausragend entwickelte sich Terbiumoxid, das mit einem Plus von über 150 % nicht nur innerhalb der Gruppe, sondern über alle betrachteten Anlageklassen hinweg die höchste Rendite erzielte. Selbst das Schlusslicht der Gruppe, Praseodymoxid, kam noch auf einen Zuwachs von 31,9 % – ein Ergebnis, das viele andere Anlageklassen deutlich übertraf.
Der Hintergrund dieser Entwicklung liegt nicht in einer erhöhten Nachfrage, sondern in der angespannten Versorgungslage. Verschärfte Exportprüfungen und Genehmigungsverfahren in China führten dazu, dass der Zugang zu Seltenen Erden erheblich erschwert war und noch immer ist. Für Teile der deutschen Industrie stand die Versorgungssicherheit ernsthaft auf dem Spiel.
In diesem Umfeld erhielten physisch verfügbare Rohstoffe eine neue Bedeutung. Anleger, die Seltene Erden hielten, profitierten nicht nur von der Preisentwicklung, sondern leisteten gleichzeitig einen konkreten Beitrag zur Versorgungssicherheit der deutschen Industrie.
Die Seltenen Erden zeigten 2025 eindrucksvoll, dass außergewöhnliche Renditen dort entstehen können, wo Marktmechanismen nicht allein durch Angebot und Nachfrage, sondern durch strategische Steuerung und reale Knappheit geprägt sind.
Im zweiten Teil dieser Serie werde ich konkret aufzeigen, welche Risiken drohen und ob es in einem solchen Umfeld überhaupt noch sinnvoll ist, zu investieren.
Was 2025 wirklich gezeigt hat
Der Rückblick auf 2025 zeigt ein klares Bild: Die stärksten Ergebnisse entstanden dort, wo wenige hingeschaut haben – und die größten Belastungen dort, wo Sicherheit vermutet wurde.
- Tagesgeld brachte Ruhe, aber kaum Substanz.
- Staatsanleihen verlangten Geduld, obwohl die Rendite niedrig blieb.
- Aktien belohnten Durchhaltevermögen, forderten dasselbe aber über Monate hinweg.
- Bitcoin zeigte eindrucksvoll, wie schnell hohe Erwartungen in reale Verluste umschlagen können.
Und ausgerechnet jene Anlageklassen, die kaum mediale Aufmerksamkeit erhalten – Edelmetalle jenseits von Gold und Silber – nämlich Technologiemetalle und Seltene Erden lieferten das beste Verhältnis aus Rendite, Rücksetzer und Durchhaltbarkeit.
Eine zentrale Erkenntnis zieht sich durch alle Grafiken dieses Rückblicks:
Nicht die Jahresrendite entscheidet über den Anlageerfolg, sondern der Umgang mit Drawdowns, Dauer und Unsicherheit. Märkte zerstören kein Vermögen – Entscheidungen unter Stress tun es.
Wie es weitergeht
Im zweiten Teil dieser Serie geht es ans Eingemachte. Dort geht es nicht mehr um Gruppen, sondern um die konkreten Rohstoffe des GranValora Sachwertdepots. Warum sich Metalle innerhalb derselben Kategorie so unterschiedlich entwickeln, welche Marktmechanismen dahinterstehen und weshalb stille Gewinner oft übersehen werden.
Im dritten Teil folgt der Schritt nach vorn:
Welche Anlageklassen haben im aktuellen Umfeld strukturelle Vorteile?
Wo liegen reale Risiken für 2026?
Und wie geht man praktisch mit Märkten um, in denen viele Preise gleichzeitig hochstehen? Ohne Prognosen, aber mit klaren Entscheidungshilfen.
Der Rückblick ist damit abgeschlossen. Die eigentlichen Fragen und deren Antworten folgen…
Methodik, Standards und Vergleichbarkeit
Alle in diesem Rückblick dargestellten Vergleiche basieren auf einer einheitlichen Methodik und klar definierten Standards zur Vergleichbarkeit. Ziel war es, Anlageklassen und Sachwerte so darzustellen, wie sie Anleger real erleben – inklusive Schwankungen, Rücksetzern und der dafür notwendigen Geduld.
Berücksichtigt wurden ausschließlich reale Produkte und Märkte, in die Privatanleger grundsätzlich einfach, transparent und ohne Spezialstrukturen investieren können. Die Auswahl der Anlageklassen erfolgte bewusst praxisnah und nicht theoretisch.
Eine Ausnahme bilden Immobilien, deren Entwicklung nicht über einzelne Objekte, sondern anhand etablierter Marktindizes abgebildet wird, um Vergleichbarkeit und Neutralität zu gewährleisten.
Sämtliche Renditen, Drawdowns und Zeiträume beziehen sich auf das Jahr 2025 und sind einheitlich auf Euro-Basis ausgewiesen. Währungseffekte – etwa bei in US-Dollar gehandelten Märkten – sind damit bereits berücksichtigt.Detaillierte Informationen zu Datenquellen, Berechnungslogik, Auswahlkriterien und Abgrenzungen sind in der Methodik- und Quellenübersicht zusammengefasst. Erläuterung
Lesen Sie nächste Woche Teil 2…



